2003-11-14

--- Andrew Gowers, Chef der Financial Times, gibt seine Eindrücke eines Besuchs im Weißen Haus wieder und arbeitet dabei den Wandel in den Ansichten Bushs heraus: Der Krieg gegen den Terror bleibt für Bush die Folie, vor der er politisch handelt und vor der er internationale Beziehungen sieht. ... Doch zwei neue Elemente verändern nun diese Sicht. Zum einen gibt es in Washington eine Neudefinition des "Kriegs gegen den Terror", die auch andere Formen von internationalem Engagement einschließt als unilaterales militärisches Handeln. So will die US-Regierung den "Krieg" in einen breiteren, auf historische Bezüge zurückgreifenden Kontext stellen. ...Zum anderen unterstreicht der Präsident den Unterschied zwischen Irak und anderen außenpolitischen Problemen. Sicher weiß er von den europäischen Ängsten, dass die USA nach dem Sturz der Regime in Kabul und Bagdad Appetit für mehr entwickeln könnte. "Der Fall Irak war einzigartig, ist einzigartig, da die Welt über ihn ein Jahrzehnt gesprochen hatte. Der diplomatische Weg ist gegangen worden", sagt Bush. "Dennoch bedarf nicht jede Situation einer militärischen Antwort. Eigentlich möchte ich hoffen, dass nur sehr wenige Situationen einer militärischen Antwort bedürfen." Mal sehen, wie weit es mit der nun beschworenen "Einzigartigkeit" her ist (die Afghanistan aber eigentlich schon a priori widerlegt hat).