2003-11-17

--- Bush will trotz der Erfahrungen im Irak tapfer weiter kämpfen gegen den Terror in der Welt. Wir befinden uns im Krieg und wir werden diesen Krieg gewinnen, sagte der US-Präsident in einem Interview. Das an sich ist wenig Neues. Der Aufreger in den Medien ist dagegen, dass Bush, der seit Monaten Einzelgesprächsanfragen mit renommierten US-Medien ablehnt, das Interview just rechtzeitig vor seinem Besuch in London der britischen Sun gab, die als eine Stufe "nackter" als die "Bild" gilt. Aber das Blatt gehört dem Medienmogul Rupert Murdoch, der mit dem US-Sender Fox News den Feldzug gegen Saddam Hussein immer brav propagandistisch unterstützt hat.

Das mit weiteren Anti-Terrorfeldzügen im Nahen Osten solle sich Bush lieber noch einmal genau überlegen, warnt dagegen der republikanische US-Außenpolitiker Brent Scowcroft in der FTD. Der Ex-Sicherheitsberater von Bush senior bekannte sich zwar zu dem Ziel, Demokratie im Nahen Osten zu fördern, kritisierte aber den Ansatz der US-Regierung: "Wenn man einen Kern von Demokratie haben will, der sich in der Region ausdehnen soll, hätte man mit den Palästinensern anfangen sollen, denn dort gibt es eine demokratische Tradition", sagte Scowcroft. "Oder man hätte mit Iran arbeiten sollen, wo es immerhin Wahlen gibt. Verglichen mit Irak haben die Iraner Erfahrung mit Demokratie".