2003-11-26

--- Gab es doch intensive Kontakte zwischen al Qaida und dem Regime von Saddam Hussein? Stephen Hayes vom Weekly Standard, dem Hausblatt der Neocons in den USA, lässt nicht locker und konstruiert tapfer Verbindungen zwischen den New Yorker Terrorfliegern und Bagdader Regierungsschergen. Auch die Springer-Presse (gestern "Die Welt", heute die "Berliner Morgenpost") hat die Thesen nun aufgegriffen. Mit der Veröffentlichung eines 16-seitigen Dossiers aus dem Pentagon über eine Osama-Saddam-Verbindung legte Hayes vergangene Woche nach. Das Dossier, am 27. Oktober von Rumsfelds Stellvertreter Douglas Feith verfertigt, umfasst 50 Punkte. Ein erstes Treffen zwischen Saddams Geheimdienst und Osamas Stellvertreter Ayman Al Zawahiri habe 1992 stattgefunden. Gewährsmann dafür sei ein Geheimdienstoffizier in US-Haft. Mehreren Treffen im Sudan bis 1995 seien solche in Pakistan gefolgt. Das Dossier wird von Skeptikern jedoch als Mischung aus Bekanntem und ungesicherten Hinweisen bewertet und als "neokonservativer Hype" abgestempelt. US-Medien wie die New York Times oder die Washington Post ignorierten es jedenfalls bisher gänzlich.