2004-04-08

Irak: Bankrotterklärung des Hightech-Kriegs

--- Für Yassin Musharbash von Spiegel Online kommt die gegenwärtige Lage im Irak der Bankrotterklärung der Network-centric Warfare und anderer technischer Kriegsspielarten gleich: Heute, ein gutes Jahr nach Kriegsbeginn, steht Rumsfeld vor den Trümmern dieser Hightech-Doktrin: Seiner Armee der Zukunft gelang es zwar überraschend schnell, den Tyrannen Saddam Hussein zu stürzen; auf den Irak der Nachkriegszeit aber war sie überhaupt nicht vorbereitet. Jetzt ist das Land in Aufruhr, wichtige Städte sind in der Hand schiitischer Aufständischer, Zivilisten verbündeter Staaten befinden sich in Geiselhaft. Und die USA haben nicht einmal eine ausreichende Truppe von Militärpolizisten, obwohl Experten und Ex-Botschafter diese beständig angemahnt hatten. ... Rumsfelds Überzeugung seit seinem Amtsantritt 2000 war, dass man nach dem Ende des Kalten Krieges und der sowjetischen Bedrohung keine Riesen-Armeen mehr braucht. Stattdessen komme es darauf an, den technologischen Vorsprung der USA in militärische Macht umzusetzen. Die ursprünglichen Pläne für die Invasion im Irak ließ Rumsfeld in seinem Ministerium solange umschreiben, bis die Anzahl der einzusetzenden Soldaten seinen Vorstellungen entsprach. Presse, Experten und Berater waren skeptisch. Scharfe Kritik an der vermeintlich humanitären Kriegsführung der Koalition im Irak auch in Telepolis.

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