2004-04-29

Streit um Al Qaidas "Online-Stimme"

--- Spiegel Online und Telepolis kommen zu unterschiedlichen Einschätzungen über das Magazin "Mu'askar al-Battar" ("al-Battar military camp"). Während das Machwerk in Hamburg als Kampfschrift der al Qaida präsentiert und etwas reisserisch ans Licht der Weböffentlichkeit gezerrt wird, erscheint der "Fund" Burkhard Schröder in Telepolis alles andere als big news: Die Meldung, al-Qaida rekrutiere per Internet oder nutze das Netz als "ideologische Waffe",  kursiert in Kreisen der US-Militärs schon seit langem. ... Die Statements der "Sicherheitsdienste" zum Thema bewegen sich in der Regel auf allgemeinem kulturpessimistischen Niveau - und sind reine Vermutungen. ... Die in zahlreichen Medien verbreitete  Meldung, al-Qaida betreibe ein "Online-Magazin" oder "rekrutiert im weltweiten Datennetz", ist also schlicht falsch. Würde man Links auf die Quellen der Artikel setzen, entpuppte sich "investigativer" Journalismus als bloßes Kopieren frei zugänglicher Materialien. Wer formuliert "uns liegen die Dokumente vor", täuscht eine Recherche vor, die so nicht stattgefunden hat. ... Denn das "Rekrutierungswerkzeug" wird etwa auch auf einer Site israelischer Forscher vorgehalten, die damit sicher nicht das Interesse haben, al Qaida zu unterstützen.

al-Battar.html