2004-05-29

Noch mehr Folterbilder, diesmal aus Russland

--- Ekkehard Jänicke greift in Telepolis Berichte der Journalistin Anna Politkowskaja in der Moskauer Zeitung Nowaja Gaseta" über schwere Folterungen von Tschetschen durch die russische Armee und den russischen Geheimdienst FSB auf. Auch in diesem Bilderkrieg gibt es inzwischen ein Video, das unter anderem auch auf der Website einer polnischen Zeitung heruntergeladen werden kann (es hat aber über 30 MB). Die Aufnahmen stammen schon von 2000, was ihren Nachrichtenwert etwas herabstuft, zudem sind sie nicht sonderlich scharf und von schlechter Qualität. Nichtsdestotrotz: Ausgemergelte Gestalten, zum Teil schwer verwundet, mit offenen Knochenbrüchen und anderen sichtbaren Verletzungen werden aus LKWs, auf denen sie auf engstem Raum übereinander oder wie in einem LKW in kleinsten Tierkäfigen zusammengepfercht waren, ausgeladen, herausgejagt und offenbar bereits tot oder dem Tode nah hinausgeworfen. Viele der Gefangenen sind unbekleidet. Sofern noch lebendig dürfen sie sich zum Spaß ihrer Bewacher aus einem Berg verschmutzter Klamotten ihre oder passende Sachen unter Beschimpfungen, Spott und Hohn heraussuchen. Verletzte werden mit Fußtritten und Knüppelschlägen behandelt, Leichen mit Tritten geschändet. Die LKWs tragen des Logo der Spezialeinheiten des russischen Justizministeriums. Viele der beteiligten Folterknechte blicken lachend und stolz auf ihre Arbeit in die Kamera. Die meisten der aufgenommenen Gefangenen sind nach Recherchen von Anna Politkowskaja nach der Verladung verschwunden und dürften eines der vielen Massengräber auf tschetschenischem Boden füllen. ... Geändert hat sich offenbar seit 2000 wenig oder nichts im Vorgehen der russischen "Sicherheitskräfte" in Tschetschenien. Jänicke wirft die Frage auf, warum deutsche Medien unterschiedlichster Couleur, auch nicht durch die Berichte aus dem Irak motiviert, ähnliche Vorfälle in Tschetschenien totschweigen oder einfach nicht beachten. Als die Männerfreunde Kohl und Jelzin regierten, war schon recht wenig zu hören, doch nun, bei den Männerfreunden Schröder und Putin verstummt fast jede Kritik auch aus den rotgrünen Regierungsfraktionen am Vorgehen der "Freunde" in Tschetschenien. Ist die Abhängigkeit vom Energielieferanten Russland inzwischen so groß, dass mit zweierlei Maß gemessen wird, wo man gerade glaubt Freiheit und Menschenrechte verteidigen zu müssen und wo nicht? Hm, aber nicht nur dass, immerhin hat es Putin ja auch recht gut verstanden, "die Tschetschenen" pauschal als Terroristen und Teil des al-Qaida-Netzwerks auszugeben, sodass man hier erst mal spin doctoring von der eventuell ja ganz anders aussehenden Wahrheit trennen müßte. Das wiederum würde viel Recherchearbeit auch vor Ort bedeuten -- und wer kann die momentan im russischen Hinterarbeit leisten?

1 Comments:

At 1:58 nachm., Anonymous Anonym said...

Wieso jetzt aufeinmal Russland? Was Russland in den letzten jahren durmachen musste, ist echt grausam!
Mütter und Väter haben ihre Kinder verloren,und das ist echt grausam!
Wieso ist gewalt denn so scheiße?
Warum kann man das nicht mit Worten regeln? Nein, man muss lieber jemanden erschiessen, oder Foltern!
Wieso? Ich war letztens im Museum und habe mir die Folterinsrumente im Mittelalter angeguckt. Danach sollten wir einen Refarat darüber schreiben, und auch Bilder einfügen. Was mich auch erschüttert hat waren die Bilder aus dem Irak. Die Amerikaner haben sie doch nicht mehr alle, oder?

 

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