2004-06-03

G8-Berichterstattung? 350 Dollar bitte (+ 22 Dollar Steuern)

--- Die US-Regierung ist sich nicht zu schade, im US-Wahlkampf die Journalisten-Community weltweit gegen sich aufzubringen. Wie das Handelsblatt heute berichtet, müssen Journalisten beim G8-Gipfel Gebühren von 350 Dollar zuzüglich 22 Dollar Steuern zahlen, wenn sie das Pressezentrum nutzen wollen; das ist übrigens 80 Kilometer vom hermetisch abgeriegelten Tagungsort Sea Island entfernt. Das Vorgehen der USA ist international völlig unüblich, ist die freie Berichterstattung doch in der Regel kostenfrei. Inzwischen intervenieren Journalisten auch G8-Regierungen wie Deutschland, aber bisher ohne Erfolg. Auch für offiziell zugelassene Fotografen kommt es dicke: Sie dürfen ihre Fotos später nicht weiter verkaufen. So will die Bush-Administration verhindern, dass im Wahlkampf unvorteilhafte Bilder von George W. Bush in Umlauf gelangen.

2 Comments:

At 8:01 nachm., Anonymous Anonym said...

Tja die armen Journalisten, mal schauen wer das liest!

HP

 
At 3:33 nachm., Anonymous Anonym said...

Der Bewegungsforscher Dieter rucht hat jetzt eine Studie zum Thema Berichterstattung gemacht, zwei große sollen noch nachkommen:

Im Konfliktfall mangelhaft

Eine Studie zeigt Mängel in der Berichterstattung über den G-8-Gipfel auf. Journalisten prüfen Angaben zu selten nach. VON DANIEL SCHULZ

Steht hier in der taz:

http://www.taz.de/index.php?id=medien&art=3083&id=medien-artikel&cHash=053a14741d

Ich bin mal auf die beiden ausführlichen Studien von dju und WZB gespannt. Die Langversion des Rucht-Forschungstextes kann man auch lesen und zwar hier:

http://www.wzb.eu/zkd/zcm/pdf/rucht_teune_heiligendamm07.pdf

 

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