2004-10-12

Massenvernichtungswaffen in der Hand Irakischer Rebellen?

--- Erneut gibt es Nachrichten, die Bushs Irak-Politik mehr als in Frage stellen: Demnach hat der Angriff auf den Irak keineswegs die gar nicht vorhandenen Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins beseitigt, was die US-Regierung als einen der wichtigsten Kriegsgründe angegeben hatte. Das geht ja auch schlecht. Aber im Gegenteil: irakische Rebellen können die Unruhen im Zweistromland nun anscheinend verstärkt nutzen, um tatsächlich an Giftgas und auch Material für den Atombombenbau heranzukommen. Die LA Times verwies am Sonntag bereits auf entsprechende Hinweise im Duelfer-Report der CIA-Inspekteure: Insurgent networks across Iraq are increasingly trying to acquire and use toxic nerve gases, blister agents and germ weapons against U.S. and coalition forces, according to a CIA report. Investigators said one group recruited scientists and sought to prepare poisons over seven months before it was dismantled in June. U.S. officials say the threat is especially worrisome because leaders of the previously unknown group, which investigators dubbed the "Al Abud network," were based in Fallujah close to insurgents aligned with fugitive militant Abu Musab al-Zarqawi. The CIA says al-Zarqawi, who is blamed for numerous attacks on U.S. forces and beheadings of hostages, has long sought to get chemical and biological weapons for use against targets in Europe as well as Iraq. An exhaustive report released last week by Charles Duelfer, the CIA's chief weapons investigator in Iraq, concluded that deposed Iraqi President Saddam Hussein destroyed his stockpiles of chemical and biological weapons in the early 1990s and never tried to rebuild them. But a little-noticed section of the 960-page report warns that the danger of a "devastating" attack with unconventional weapons has grown since the U.S.-led invasion and occupation of Iraq last year.

Und nun schlagen auch noch die offiziellen Atomwaffenkontrolleure Alarm: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) sorgt sich um den Verbleib von Geräten zur Herstellung von Nuklearwaffen im Irak. Seit mehr als einem Jahr habe die IAEA keine Meldungen über die Ausstattung der Produktionsanlagen des Landes erhalten. Die IAEA äußerte sich am Montag in einem Bericht an den Weltsicherheitsrat in New York unter anderem besorgt über das Abhandenkommen von technisch hoch entwickelten Fräs- und Schweißvorrichtungen. Seit dem Einmarsch der US-Truppen vor anderthalb Jahren seien mehrere dieser Präzisionsgeräte verschwunden. Auf Satellitenaufnahmen habe die Organisation den offenbar umfassenden und systematischen Abbau früherer Atomanlagen und die Räumung von Lagern verfolgen können. Generalsekretär Mohamed El Baradei forderte alle Länder auf, die Organisation zu informieren, wenn sie Informationen über den Verbleib dieser Gegenstände erhielten. Dies sei nötig, da solche Ausrüstung und Materialien bei der Entwicklung von Atomwaffen eingesetzt werden könnten. Alles sehr unschön.

Update: Dazu passt auch bei Telepolis: Weltweit wachsen die Bestände von waffenfähigem Nuklearmaterial weiter an

1 Comments:

At 9:15 nachm., Blogger fartmeal said...

Investigators said one group recruited scientists and sought to prepare poisons over seven months before it was dismantled in June.Auf einmal macht die Forderung der Gruppe um al Sarkawi nach der Freilassung der beiden irakischen Wissenschaftlerinnen grössten Sinn...

So chaotisch sich die konkurrierenden Terrorgruppen bisweilen präsentieren, insgesamt steckt doch leider 'ne Menge Programm hinter all diesen Aktionen, die ultimativ auf die Vertreibung der Besatzer im ersten Schritt gerichtet sind, in einem zweiten aber offenbar die Schwächung oder gar Vernichtung westlicher Zivilisationen zum Ziel haben. Auch nicht schön, vor allem im Licht der aktuellen Bemühungen um Massenvernichtungswaffen...

 

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