2004-11-11

Die heimliche Medienrevolution bei Telepolis

--- Nach Krieg und Internet gibt es in der Telepolis-Buchreihe jetzt mal wieder was Spannendes aus der Welt der neuen Medien: Die heimliche Medienrevolution. Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern von Erik Möller (Buch erscheint Ende November). Der Titel hört sich zumindest gut an. Leider verrät die Infoseite bei TP aber recht wenig über den Inhalt: Medien bedeuten Macht. Kann das Internet Bertelsmann, Springer und Murdoch gefährlich werden? Großunternehmen versuchen auch die neuen Medien zu kapitalisieren, doch in der chaotischen, dezentralen Welt des Internet gelten andere Spielregeln. Hochmotivierte Hacker basteln in ihrer Freizeit unauffällig an Enzyklopädien, Communities und gemeinschaftlich betriebenen News-Websites, deren Einfluss mit jedem Tag wächst. Die Medienrevolution spielt sich leise ab -- doch ihre Folgen sind bereits jetzt unübersehbar. Wir dürfen gespannt sein, ob die anscheinend angestrebte Mischung aus "How to Build a Weblog or Wiki" und einer Analyse des Phänomens "Soziale Software" gelungen ist. Außerdem fehlt natürlich völlig ein eigenes Weblog zum Buch (Update: kommt aber noch, wie Erik im Kommentar unten verspricht)!

Nur zum Teil zufrieden stellen kann dagegen definitiv die heimliche Medienrevolution bei Telepolis selbst in Form des Relaunch: Das gute alte Magazin der Netzkultur ist damit auf der Startseite erst mal noch ein wenig Blog-ähnlicher geworden und zudem dem Heise-Newsticker angepasst worden. Hübsch die farbliche Anmutung und die Bildchen schon in der Übersicht. Aber dass jetzt nur noch 8 Artikel aktuell auf der Homepage sind -- das macht überhaupt keinen Spass. Wer mag sich schon endlos durch die folgenden Übersichtsseiten klicken? In der Umfrage zum neuen Design zeigen sich jedenfalls wenige Leser begeistert. Natürlich klebt der Mensch als Gewohnheitstier erst einmal am Alten, sodass man das spontane Votum sicher nicht überbewerten sollte. Aber Nachbesserungen auf der Startseite sind auf jeden Fall notwendig.

Update: Ah, zumindest ist jetzt die auf der Homepage gleich abrufbare Zahl der Artikel deutlich länger geworden. Schon besser. Noch gewöhnungsbedürftig aber halt, dass die Schriftgröße insgesamt recht klein bei den Artikeln und der Haupttext etwas zwischen die beiden üppigen Randleisten rechts und links eingequetscht erscheint.

Update 2: Erik hat die Infoseiten für das Buch jetzt (Anfang Dezember) etwas aufgepeppt und in Blog-Struktur gebracht. Und für Fußnotenfetischisten: Die sind auch schon mal alle online.

2 Comments:

At 3:49 nachm., Blogger Erik Moeller said...

Hi,

das Weblog zum Buch wird zeitgleich mit der Veröffentlichung des Buches unter medienrevolution.dpunkt.de erscheinen. Ansonsten betreibe ich noch infoanarchy.org, ein englischsprachiges kollaboratives Weblog+Wiki über Copyright, Anonymität, File Sharing, und dergleichen mehr.

Viele Grüße

Erik

 
At 1:40 vorm., Blogger fartmeal said...

Eigentlich geht schon die Umfrage am Thema vorbei bzw. bleibt unspezifisch. Die Fragen bzw. möglichen Antworten lauten da:
1 - Ist tatsächlich eine Verbesserung (18 %)
2 - Wäre nicht nötig gewesen (19 %)
3 - Das Alte wäre mir lieber gewesen (50 %)
4 - Übersicht und Lesbarkeit haben gewonnen

Worin unterscheiden sich beispielsweise Antwort 2 und 3? Ist das nicht in etwa das gleiche? Wenn keine Änderung nötig gewesen wäre, ist doch auch klar, daß der alte Entwurf besser war.
Antwort 1 ist im Lichte von Antwort 4 eigentlich überflüssig: Wozu überhaupt eine Änderung, wenn nicht zum Zwecke, den Nutzwert zu steigern? Wozu macht man sich sonst die Arbeit? Um die Werber besser anzusprechen bzw. Werbung prominenter zu plazieren? Um dem Leser mehr Service zu bieten? Wohl eher, dann ziehen auch die Werber mit.

Und die Heise-"Mutterseite" selbst ist wohl während der Anfänge des World Wide Web entstanden und seither designmässig nie mehr angefasst worden. M.a.W.: Eigentlich schlimm. Aber funktional und übersichtlich.

Meine Meinung: Wenn schon, dann richtig, was heissen soll: Wenn die TP-Macher schon glaubten, eine Relaunch bzw. ein optisches Makeover war nötig, dann hätte man gleich richtig tief in die Designerkiste greifen und XHTML 1.0 oder höher und CSS 2.0 oder höher zum Einsatz bringen können.

Ich bin zwar auch kein Designprofi, habe aber schon genügend Seiten - gute und schlechte - kennengelernt, so daß ich glaube, mich dazu äussern zu dürfen. Aber im Endeffekt

just my 2 cents ;-)

 

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