2004-12-06

Roboter bald auf Rebellenjagd im Irak

--- Das Pentagon hat nach eigenem Ermessen noch nicht ausreichend Hightech-Kriegszeug im Irak im Einsatz und will daher bewaffnete Roboter gegen Rebellen im Häuserkampf einsetzen: Der rund 80 Zentimeter hohe "Talon"-Roboter rollt mit bis zu zehn Kilometern pro Stunde auf Ketten umher. ... Die tödliche Version des "Talon" trägt an Stelle des Greifarms eine Halterung für verschiedene Waffen. Montiert werden können nicht nur Maschinengewehre wie das mittelschwere M240 oder das leichte M249, sondern auch ein Granatwerfer oder vier 66-Millimeter-Raketen. Die Lafette, ausgerüstet mit vier Kameras und zwei Nachtsichtgeräten, wird bereits vom US-Marinekorps fürs ferngesteuerte Schießen benutzt: Per Kabelverbindung lösen die Soldaten aus sicherer Entfernung die Waffen aus. Auf dem Roboter wird der Kugelhagel nun per Funksignal gestartet. "Talon" wird sich allerdings weder autonom bewegen noch selbständig feuern, sondern immer von einem Soldaten bedient, betonten die Entwickler. ... "Das gibt eine Ahnung davon, was uns in Zukunft erwartet", sagte John Pike, Direktor des Washingtoner Think Tanks "Globalsecurity.org". "Diese Dinger haben keine Familie. Sie kennen keine Angst. Man kann sie für Aufgaben einsetzen, die man einem Soldaten nur schwer zumuten könnte." Allerdings eröffneten die Roboter "neben einigen erfreulichen auch alptraumhafte Perspektiven", sagte Pike. So dürften die Maschinen dafür sorgen, dass der traditionelle Kampf Mann gegen Mann schon bald der Vergangenheit angehören könne. "Aber das könnte uns auch unserer Menschlichkeit berauben", warnte der Experte. "Wir könnten in den Augen der Welt wie Terminatoren aussehen." Mehr dazu in Telepolis.