2005-02-18

Bushs umstrittener neuer Oberspion Negroponte

--- Bush schafft mit seiner Personalpolitik weiter Fakten, die Anlass zur Beunruhigung geben und jeglichem Herumgeeiere von wegen eines "softeren" Kurses in der 2. Amtszeit Hohn sprechen. Nach der Ernennung Gonzales' zum Justizminister und Chertoffs zum Innen-bzw. Heimatschutzminister hat der US-Präsident jetzt mit John Negroponte eine überaus umstrittene Person zum Chef der US-Geheimdienste (einem ganz neuen Posten mit reichlich Macht) ernannt: I'm pleased to announce my decision to nominate Ambassador John Negroponte as Director of National Intelligence. The Director's responsibility is straightforward and demanding. John will make sure that those whose duty it is to defend America have the information we need to make the right decisions. John understands America's global intelligence needs because he spent the better part of his life in our foreign service, and is now serving with distinction in the sensitive post of our nation's first Ambassador to a free Iraq. John's nomination comes at an historic moment for our intelligence services. In the war against terrorists who target innocent civilians and continue to seek weapons of mass murder, intelligence is our first line of defense. If we're going to stop the terrorists before they strike, we must ensure that our intelligence agencies work as a single, unified enterprise. And that's why I supported, and Congress passed, reform legislation creating the job of Director of National Intelligence.

Was ist faul an Negroponte? Dazu einige Sätze aus Telepolis: Negroponte war unter George W. Bush vornehmlich dafür verantwortlich, die Kriegsstrategie gegen den Irak in der UN durchzusetzen und dabei ständig vorzugeben, es würde dazu noch eine Alternative zu geben. ... Als Botschafter in Honduras war Negroponte in den 80er Jahren entscheidend dafür verantwortlich, heimlich die Contras in Nicaragua im Kampf gegen die linke Regierung zu unterstützen und dabei mit dem brutalen Militärregime in Honduras zusammen zu arbeiten. Angeblich wusste Negroponte nichts von den Menschenrechtsverletzungen, die von den Todesschwadronen des Regimes begangen wurden. Die wurden wiederum teilweise von der CIA ausgebildet, Foltern inklusive. Mehr kritische Töne zu Negroponte und seiner Machtstellung (er soll über das laut offiziellen Angaben 40 Milliarden Dollar umfassende Geheimdienstbudget verfügen) u.a. im Economist und in der Washington Post.

Update: Interessant, in diesem Zusammenhang die Ankündigung für Bushs Deutschlandbesuch nächste Woche zu lesen: Die erste Auslandsreise Präsident Bushs seit seiner Amtseinführung wird den politischen Willen des Präsidenten betonen, auf den gemeinsamen Werten von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten aufzubauen und mit den europäischen Verbündeten und Partnern bei der Bewältigung der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts eng zusammenzuarbeiten. Unglaublich.

2 Comments:

At 4:35 vorm., Blogger Burghardt Tenderich said...

Gluecklicherweise hat sich National Public Radio hier in den USA stark zu Worte gemeldet, und auf die menschenrechtsverletzenden Praktiken Negropontes zu Zeiten Reagens aufmerksam gemacht. Es ist zu hoffen, dass sich in den USA Widerstand formiert. Drauf wetten werde ich nicht.

 
At 11:15 vorm., Anonymous Martin said...

John Negropontes Bruder ist Mit-Gründer des Magazines Wired Nicholas Negroponte. Der Mann mit dem 100$ Laptop.
Krasse Familie.

 

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