2005-02-26

Iran will sich als Atommacht in Szene setzen

--- Iran lässt -- ähnlich wie Nordkorea -- nicht locker, wenn es um das Statussymbol einer künftigen Atommacht geht: Die Mullah-Führung um Ayatollah Chamenei unternimmt große Anstrengungen, vollendete Tatsachen zu schaffen, hinter die sie nicht mehr zurückzufallen braucht. Um sich als Atommacht in spe zu profilieren, bereitet Teheran eine internationale Atomkonferenz vor, die im März in der iranischen Hauptstadt stattfinden soll. Bei der Vorbereitung des Treffens sei der iranische Geheimdienst maßgeblich beteiligt sowie zwei Experten für psychologische Kriegsführung, so die Erkenntnisse westlicher Geheimdienste. Der Iran verfolgt demnach mit der Tagung das Ziel, sich als legitimes Mitglied im exklusiven Klub jener Länder darzustellen, die über den nuklearen Brennstoffkreis verfügen. Die iranische Führung suggeriert dies bereits seit geraumer Zeit. Auf dieser Basis wolle die Islamische Republik verhandeln, und nicht etwa darüber, dieses ehrgeizige wie umstrittene Projekt zu unterlassen. Derzeit reden die drei EU-Staaten Großbritannien, Frankreich und Deutschland mit dem Iran über dessen Atomprogramm. Handelserleichterungen und Technologietransfers sollen den Iran zum Verzicht auf weitreichende Atomambitionen anregen. Im Zentrum steht dabei die Urananreicherung. Davon aber will Teheran nicht lassen, um nukleare Brennstäbe selbst herstellen zu können und damit unabhängig von Importen zu sein. Die iranische Führung nimmt dabei Nordkorea als Vorbild, das sich heimlich nuklear entwickelt und letztlich gerüstet hat - und damit in Verhandlungen mit den Amerikanern hart auftreten kann.

Update: Aus Pakistan liegen Iran seit 1987 Angebote zum Einkauf in ein Atomwaffenprogramm vor, melden US-Medien wie die Washington Post: International investigators have uncovered evidence of a secret meeting 18 years ago between Iranian officials and associates of Pakistani scientist Abdul Qadeer Khan that resulted in a written offer to supply Tehran with the makings of a nuclear weapons program, foreign diplomats and U.S. officials familiar with the new findings said. The meeting, believed to have taken place in a dusty Dubai office in 1987, kick-started Tehran's nuclear efforts and Khan's black market.