2005-08-11

Stoiber vs. die dummen Ost-Frustrierten

--- Nach Merkels Brutto-Netto-Patzer und Schönbohms Proletarisierungsarie tritt -- es war kaum anders zu erwarten -- nun Edmund Stoiber in die Fettnäpfchen und macht sich Feinde im Osten. Auf einer Wahlveranstaltung hatte der bayerische Alleinherrscher vor dem Hintergrund des Umfragehochs der Linkspartei in Ostdeutschland gesagt: "Ich akzeptiere nicht, dass der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird. Die Frustrierten dürfen nicht über Deutschlands Zukunft bestimmen." Und legte noch nach: "Leider haben wir nicht überall so kluge Bevölkerungsteile wie in Bayern." Nun geht die übliche Spindoktorei los:
CSU-Generalsekretär Markus Söder versuchte in der Nacht zum Donnerstag, die Äußerungen Stoibers gerade zu rücken. Mit dem Wort "Frustrierte" habe Stoiber die Spitzenkandidaten der Linkspartei, Oskar Lafontaine und Gregor Gysi, bezeichnet und nicht die Menschen in Ostdeutschland. Die CSU akzeptiere nicht, dass ein ausgewiesener Gegner der deutschen Einheit wie Lafontaine und in seinem Schlepptau Gysi die Menschen in Ostdeutschland mobilisieren wollten, um über ein Linksbündnis zu bestimmen, wer Kanzler in Deutschland werde. Es sei absurd, daraus eine Beleidigung der Menschen in Ostdeutschland zu drechseln. Alles andere sei abwegig und eine bewusste Fehlinterpretation. Der Chef der Mittelstandsunion, Hans Michelbach (CSU), äußerte sich ähnlich. Stoiber sehe in den Ostdeutschen keine "Wähler zweiter Klasse", sagte Michelbach am Donnerstag im Deutschlandradio Kultur. ... In den Reihen von SPD und Grünen wurde Stoibers Äußerung dagegen als Affront gegen die Ostdeutschen gewertet, die nach jüngsten Umfragen die Linkspartei und nicht die Union zur stärksten Kraft wählen wollen. ... CDU-Generalsekretär Volker Kauder hatte am Vorabend im ZDF wortreich eine Stellungnahme zum Stoiber-Zitat vermieden.
Bei Merkel machen Kommentatoren dagegen eine "sprachliche Abrüstung" im Wahlkrampfkrieg aus.

Und sonst: Bushs Ranch im Belagerungszustand: "Ich will George sprechen". Cindy Sheehan, die im Irak-Krieg ihren Sohn verloren hat, ist das neue Symbol der US-Friedensbewegung.

Pakistan will anscheinend nicht mehr der Hinterhof bin Ladens sein: Osama Bin Laden hat angeblich Pläne, sein afghanisches Versteck aufzugeben und statt dessen im Irak Unterschlupf zu suchen. Das schreibt die pakistanische Zeitung "Daily Mail" und beruft sich auf den Bericht des israelischen Geheimdienst-Netzwerkes DEBKAfile. Die "kodierten elektronischen Signale", zitiert die Zeitung ihre israelische Quelle, "die in den letzten Tagen zwischen Al-Qaida-Elementen des Mittleren Ostens über geheime Internet-Seiten ausgetauscht wurden, enthalten alle die gleiche Botschaft: Der oberste Führer, Osama Bin Laden, hat sein Versteck in Afghanistan verlassen und ist auf dem Weg in den Irak".

Zur Verschärfung der Krise im Mittleren Osten: Interview mit Abrüstungs-Experte Meier: ''Das Irak-Szenario ist in Iran unrealistisch'' und Moskau mahnt Iran zu Zurückhaltung. Teheran setzt umstrittenes Nuklearprogramm fort. Siehe auch: IAEA will Iran-Resolution beschließen. Annan: Weiter verhandeln.

1 Comments:

At 2:45 nachm., Anonymous Ulysses said...

Uns Stoiber stürmt bereits die Bayrischen Folk-Charts mit seinem neuesten Hit:
Wenn es überall so wäre wie in Bayern.

 

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