2005-09-16

Sarkawi: Al-Qaida will den "totalen Krieg"

--- Da werden ja mal wieder Erinnerungen an den Faschismus wach, dieses Mal im Mittleren Osten:
Der jordanischstämmige al-Qaida-Anführer im Irak Abu Mussab al-Sarkawi hat in einer Tonbandaufnahme den Schiiten des Irak, der Regierung des Landes und deren Sicherheitskräften den "totalen Krieg" erklärt. Die Ankündigung erfolgte am Ende des blutigsten Tages in der nun mehr als zweijährigen Geschichte des irakischen Guerillakriegs. Selbstmordattentate, Straßenbomben und Schießereien kosteten am Mittwoch landesweit mindestens 177 Menschen das Leben, rund 570 weitere wurden verletzt. Am Donnerstag ging das Blutvergießen weiter, mit mindestens vier Bombenattentaten in Bagdad, einem weiteren Anschlag in Kirkuk, Kämpfen in Ramadi und Haditha sowie Feuergefechten, Entführungen und Hinterhalten in verschiedenen Teilen des "sunnitischen Dreiecks". Die Zahl der Opfer der letzten beiden Tage stieg damit auf weit mehr als 200, wobei noch keine aktuellen Opferzahlen einer fortdauernden Regierungsoffensive im Nordwesten des Landes bekannt wurden. Der September ist bereits der mörderischste Monat seit dem Fall Bagdads im April 2003. Im Bagdader Stadtteil Dora, wo gestern die meisten Angriffe stattfanden, fuhren irakische Polizeistreifen und US-Truppen mit Lautsprechern durch die Straßen und forderten die Bevölkerung auf, in ihren Häusern zu bleiben, weil sie weitere fünf Autobomben in der Nähe vermuteten. In Ramadi kamen amerikanische Truppen unter Mörserbeschuß, während Rebellen offen auf den Straßen patrouillierten. Sarkawi bezeichnete die Angriffswelle als "Beginn der Schlacht zur Rache für die Sunniten von Tal Afar". Damit war die Regierungsoffensive entlang der syrischen Grenze gemeint, bei der rund 200 Terroristen getötet wurden. Sarkawi versucht seit geraumer Zeit, mit Angriffen gegen Regierungstruppen und schiitische Zivilisten einen Bürgerkrieg auszulösen. Insofern stellte seine gestrige Ankündigung keine neue Strategie dar, eher eine Intensivierung der Angriffe.
In den USA interessiert den Bürgerkrieg im Irak derweil aber kaum jemand -- wenigstens ein PR-Vorteil für Bush und seine große Wiederaufbau-Agenda für New Orleans, die aber etwas spät kommt.

Und sonst: Wahlentscheidungshilfe gefallen nicht allen: Wahl-O-Mat macht Politiker nervös.

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1 Comments:

At 3:15 nachm., Anonymous ekueku said...

Ursächlich verantwortlich für diesen bruderkriegsähnlichen Zustand im Irak sind die anglo-amerikanischen Kriegsverbrecher, deren eigener Anteil am Blutzoll bei weitem viel zu gering ist!

 

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