2006-02-13

Britisches "Folter-Video" sorgt für Empörung

--- Die britische Boulevardzeitung News of the World hat mal wieder für Schlagzeilen gesorgt mit dem Bericht über ein Video, das britische Soldaten beim nicht gerade zärtlichen Umgang mit irakischen Jugendlichen zeigt:
TODAY we expose a rogue squad of British soldiers who savagely attacked a defenceless bunch of Iraqi teenagers —and with 42 brutal blows brought shame on our nation and its proud army. The horrifying scenes on these pages will shock the world and ignite a huge military scandal. They were captured on a secret home video — apparently filmed for "fun" by a corporal—and show at least eight of his hulking comrades cruelly: DRAGGING four weedy rioters—all apparently in their early teens—off the street and behind the high walls of a secluded army compound, BEATING them senseless with vicious blows from batons, boots and fists, IGNORING their pitiful pleas for mercy, until the incident climaxes with what appears to be an NCO delivering a sickening full-force kick in the genitals of a cringeing lad pinned to the ground. All the while the callous cameraman delivers a stomach-churning commentary urging his mates on, cackling with laughter and screaming: "Oh yes! Oh yes! You're gonna get it. Yes, naughty little boys! You little f***ers, you little f***ers. DIE! Ha, ha!" The video—later shown to the corporal's pals at their home base in Europe—was exposed to the News of the World by a disgusted whistleblower.
Das Video selbst ist über einschlägig bekannte "Wir zeigen alles"-Sites wie Ogrish zu besichtigen. Zu ersten Festnahmen bei der britischen Armee ist es bereits gekommen, nachdem zunächst auch eine Spur nach Deutschland führte. Telepolis erinnert derweil an den ersten Skandal um angebliche britische Foltereien im Irak, die sich aber als haltlos heraus stellten. Demnach könnte just die britische Regierung selbst die Medienschau der gefälschten Bilder forciert haben: Was hätten nun Regierung und Militärführung erreicht, wenn sie tatsächlich hinter den Mirror-Fälschungen steckten. Die Frage nach Motiven und Ergebnissen der "Aktion" lässt sich schlüssig beantworten: Mit Enttarnung der Fälschung ist von tatsächlichen Übergriffen der Engländer im Irak abgelenkt worden. Die Glaubwürdigkeit der Medien wurde nachhaltig untergraben. Bei weiteren Berichten über Verbrechen britischer Soldaten im Irak würden Zweifel aufkommen. Journalisten und ganze Redaktionen wurden nachhaltig verunsichert – und wie im Fall des Daily Mirror vollständig diskreditiert.

Und sonst: Seltsame Wargames der US-Armee gegen die apokalyptischen Reiter der Obrigkeit: Hacker, Globalisierungsgegner und Blogger als Störenfriede im Visier. Cyber Storm: US-Heimatschutzministerium erprobte in simulierten Szenarien die Reaktion von Behörden und Unternehmen auf Angriffe auf Computersysteme.

Rätsel Irak-Krieg: Bush-Regierung ist trotz Warnungen der Geheimdienste in den Irak gezogen. Trotz der "Siegesstrategie" von Bush ist die Zahl der Angriffe im Irak seit Juni 2003 stetig gestiegen.

Mehr Herumgespinne der US-Regierung: Der vereitelte Anschlagsplan. Um die massiven Überwachungsprogramme, den Patriot Act und die Gefangenen-Lager zu rechtfertigen, präsentierte US-Präsident Bush nun einen angeblich vor vier Jahren erfolgreich abgewehrten Plan.

Es wird eng in punkto Iran-Krieg: Szenarien für Angriffe und Gegenschläge. Während die iranische Führung auf Irans Recht auf Atomenergie beharrt, werden die Folgen eines Angriffs auf die iranischen Atomanlagen erwogen. Siehe auch: USA bereiten Angriff auf Irans Atomanlagen vor. Im US-Verteidigungsministerium werden konkrete Pläne für Luftschläge gegen iranische Atomanlagen erstellt. Die Vorbereitungen werden offenbar intensiv voran getrieben.

Wahlkrampf in Italien: Berlusconi: "Bin größer als Napoleon". In einer TV-Show hat sich der italienische Ministerpräsident mit Napoleon Bonaparte verglichen. Wenn dies stimme, "dann werden die nächsten Wahlen sein Waterloo", meinte dazu ein Oppositionspolitiker.

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2 Comments:

At 4:06 nachm., Anonymous Peter Puter said...

kommt aber auch scheisse dieses video..dirrrty

 
At 12:36 vorm., Anonymous monochromer said...

Um nicht falsch verstanden zu werden; die englischen Soldaten gehören vor Gericht und alle die Soldaten, die duldend vorbei gingen. ABER.

Das ist doch wieder eine von diesen bigotten Diskussionen wie zB. die Posphorattacken im Iraq vor ein paar Wochen. Auch dieses Video war bereits anderthalb Jahre zuvor frei im Internet zu sehen.

Man braucht nur ein wenig zu googlen und mal in die Ecken vom Netz zu schauen und findet Videos mit Helmkameras von US-Soldaten im Einsatz, die an blinder Gewalt schwer zu überbieten sind, Exekutierungen, Bombardierungen, Sniper, etc ... oft auch als Musikvideos geschnitten. Wohlgemerkt von amerikanischen Soldaten; von den Videos der irakischen `Resistanze´ will ich hier nicht schreiben.

Da ist die Schlägerei der englischen Soldaten vergleichbar mit einer ganz „normalen“ Schulhofprügelei (googlen: fightcompilation) und nur ein weiter Beleg für Teile? einer zunehmend brutalisierten Gesellschaft.

Ich finde es bedenklich, dass die Medien scheinbar nur noch die „Show“ dokumentieren und kaum noch hinter die Kulissen schauen. Es liegt nahe zu glauben, dass der Profit des Nachrichtengeschäftes auch die seriösen Agenturen ergriffen hat.
Sex sells? Wohl immer weniger. Blut verkauft sich zunehmend besser. Leider mit der gleichen Oberflächlichkeit.(mc)

 

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