2007-05-08

Steinbrücks Spielchen

--- Finanzminister haben viel Geld zu verteilen - und eigentlich gar keine Lust dazu. Sozialpolitiker sind ihnen suspekt und zugleich ihr natürlicher
Feind. Wohl auch deshalb lieben Finanzminister das spin-doctoring. So hatte etwa etwa Hans Eichel den Berater Schmidt-Deguelle eingekauft. Auch Nachfolger Peer Steinbrück versucht nun, übner den richtigen Spin die Begehrlichkeiten der prassenden Sozialpolitiker einzudämmen - mit einer Art negative campaigning. Erst verkündet er am Wochenende, dass der Staat bis 2011 satte 200 Milliarden Euro mehr einnehmen wird als geplant - und das fünf Tage, bevor die Steuerschätzer die offizielle Zahl beechnen und bekannt geben werden. Für die Süddeutsche ist der Fall klar: ""Hinter der Strategie steckt kein Strategiewechsel, sondern schlichtes Kalkül nach dem Motto: Wir nennen die Zahl vorab und zerreden sie dann bis zum Freitag".

Und sonst: Mit dem Wahlsieg des Franzosen Sarkosy regiert künftig ein neuer Berlusconi in Frankreich. trauzeugen und Freunde von ihm dominieren die Verlage im Land, die traditionell von Industriellen geführt werden. Mit dem Thema beschäftigen sich heute etliche Zeitungen, unter anderem Süddeutsche, Handelsblatt und FAZ.