2009-03-26

"Krieg gegen Terror" heißt jetzt "Übersee-Krisenoperation"

--- Neuer Spin der Obama-Regierung: Aus Bushs "globalem Krieg gegen den Terror" soll eine sich abgemildert anhörende "Krisenoperation in Übersee" werden:
The Obama administration appears to be backing away from the phrase "global war on terror," a signature rhetorical legacy of its predecessor. In a memo e-mailed this week to Pentagon staff members, the Defense Department's office of security review noted that "this administration prefers to avoid using the term 'Long War' or 'Global War on Terror' [GWOT.] Please use 'Overseas Contingency Operation.'" The memo said the direction came from the Office of Management and Budget, the executive-branch agency that reviews the public testimony of administration officials before it is delivered. Not so, said Kenneth Baer, an OMB spokesman. "There was no memo, no guidance," Baer said yesterday. "This is the opinion of a career civil servant." Coincidentally or not, senior administration officials had been publicly using the phrase "overseas contingency operations" in a war context for roughly a month before the e-mail was sent.

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2009-03-21

Microsoft-Chef spinnt sich Apple schön

--- Steve Ballmer erklärt den Wert von Marken in Rezessionszeiten am Beispiel eines alten Konkurrenten:
Apple gained about one point, but now I think the tide has really turned back the other direction. The economy is helpful. Paying an extra $500 for a computer in this environment—same piece of hardware—paying $500 more to get a logo on it? I think that's a more challenging proposition for the average person than it used to be.

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2009-03-19

Information Warfare wichtiger als herkömmliche Waffen?

--- Heise online berichtet über eine Untersuchung des Historikers Yaniv Levyatan von der Universität Haifa über Propaganda im Medienkrieg im Gaza-Streifen:
Levyatan schreibt in seiner Studie, die in der Zeitschrift Bitachon Leumi des National Security College erschienen ist, dass Terrororganisationen erhebliche Mittel in den Infowar investieren, "wodurch sie die materielle Kluft zwischen ihnen und ihren konventionell kämpfenden Kräften überbrücken können". Der Info- oder Medienkrieg werde in den neuen und herkömmlichen Medien und anderen technischen Plattformen wie dem Internet oder Computerspielen geführt. Die Organisationen hätten im Medienkrieg auch "eingebaute Vorteile". ... Im Grunde schlägt Levyatan vor, dass der Krieg mit tödlichen Waffen von einem Krieg mit kulturellen Waffen ergänzt werden müsse, um die Öffentlichkeit sowie die Bevölkerung in den umkämpften Gebieten gezielt zu beeinflussen oder zu manipulieren: "Information ist eine Waffe. Wie jede Armee in Panzer und Flugzeuge investiert, muss sie auch in Informationswaffen investieren. Die Armee muss Fähigkeiten und Geschicklichkeiten in Bereichen wie Computerspiele, Videoclips und Fernsehprogramme entwickeln, die nicht immer als intrinsischer Bestandteil ihrer Aktivitäten verstanden werden." Wenn man erreiche, durch ein Informationsprodukt dem Gegner zu schaden, dann könne dies bei seiner Bekämpfung wirksamer sein als materielle Gewalt.
Die entsprechende Mitteilung der Universität läuft unter dem Titel: Ideas are sometimes stronger than bombs."

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2009-03-18

Kinderbonus: Geschicktes Wording

--- Wieder einmal hat es die Bundesregierung geschafft, mit einer Wortkreation zu suggerieren, sie gebe sich besonders freundlich den Bürgern gegenüber, die immerhin den Staat bilden. Mit dem "Kinderbonus" sollten Eltern im Sommer 100 Euro extra erhalten, damit sie etwas für die Konjunktur tun - und ihrem Kind etwas gönnen. Zumindest suggiert das der Begriff, den sich die SPD Anfang des Jahres ausgedacht hatte. Nun hat die Süddeutsche Zeitung berichtet, wie es wirklich ist: Das Geld teilen sich Vater und Mutter - also auch getrennte Eltern. Der Unterhaltspflichtige kann seine 50 Euro mit dem Unterhalt fürs Kind verrechnen. So steht es im Kleingedruckten der Regelung. Bleiben dem oder der Alleinerziehenden also 50 Euro.
So entwickelt sich die angebliche Wohltat des "Kinderbonus" so wie das "Elterngeld". Das bringt bei genauerer Rechnung jungen Eltern weit weniger Kompensation bei Gehaltsausfällen, als es die gefeierte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen behauptet hat. Da loben wir uns doch die Initiative der Seite Kinderbonus.de.

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