2010-03-11

Mit Drohnen zum "War Porn"

--- Spiegel Online hat ein Interview mit dem US-Politologen P.W. Singer geführt über die Auswirkungen des zunehmenden Einsatzes von Drohnen in Kriegen und Krisen auf die sie steuernden Soldaten und die Öffentlichkeit:
Traditionelle Bomberpiloten sehen ihr Ziel nicht. Der Drohnenflieger sieht sein Ziel dagegen aus nächster Nähe, und er sieht, was bei der Explosion und danach mit dem Ziel passiert. Du bist physisch weiter entfernt, aber du bekommst mehr mit. Auch tobt der Drohnenkrieg rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Als wärst du ein Feuerwehrmann, und es brennt jeden Tag. Das nimmt einen emotional und körperlich mit. Außerdem sind viele Drohneneinheiten personell unterbesetzt. ... Auf einmal sind alle Kriegsoperationen per Computer dokumentiert. Das macht den Krieg zu einer Art Unterhaltungsform. Nehmen Sie nur die YouTube-Videos von Drohneneinsätzen. Die Soldaten nennen daswar porn", Kriegsporno. Wir sehen mehr, empfinden aber weniger.
Gestern gab es zum Thema schon ein Interview mit einem Piloten der US Air Force.

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