2010-03-28

Strategien der Meinungsmache der CIA

--- Wikileaks ist mal wieder ein Coup gelungen mit der Veröffentlichung eines CIA-Strategiepapiers (PDF-Datei) zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung zum Afghanistan-Krieg insbesondere in Europa:
This classified CIA analysis from March, outlines possible PR-strategies to shore up public support in Germany and France for a continued war in Afghanistan. After the Dutch government fell on the issue of dutch troops in Afghanistan last month, the CIA became worried that similar events could happen in the countries that post the third and fourth largest troop contingents to the ISAF-mission. The proposed PR strategies focus on pressure points that have been identified within these countries. For France it is the sympathy of the public for Afghan refugees and women. For Germany it is the fear of the consequences of defeat (drugs, more refugees, terrorism) as well as for Germany’s standing in the NATO.
Mehr dazu bei Telepolis
Das CIA-Team ist der Meinung, dass die Europäer eher hinter der militärischen Mission stehen würden, wenn sie eine Verbindung zwischen dem Ergebnis der ISAF-Mission und ihren eigenen Interessen sehen würden. Das müsse konstant kommuniziert werden. Dazu müsse deutlich gemacht werden, dass die ISAF-Mission den afghanischen Zivilisten hilft und dass die große Mehrheit der Afghanen diese begrüßt. Gut sei auch, die Schuldgefühle bei einem vorzeitigen Rückzug durch die "Dramatisierung der möglichen negativen Folgen" zu verstärken. So könne die Gefahr, dass die "hart errungenen Fortschritte" bei der Ausbildung der Frauen wieder zurückgefahren werden, womöglich die Franzosen mobilisieren. Die Deutschen seien eher pessimistisch und sehen die ISAF-Mission als Geldverschwendung an. Hier könne man den Optimismus der Afghanen entgegen stellen, und man müsse die terroristische Gefahr beschwören, die durch eine Niederlage in Afghanistan für Deutschland entstehe.
Dazu passend: Wikileaks fühlt sich gerade beim Versuch, Island in einen Datenfreihafen zu verwandeln, massiv von US-Geheimdiensten beschattet.

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2010-03-14

Panik in Georgien nach TV-Bericht über Russeneinmarsch

--- Das erinnert ja stark an die Frühzeiten des Radios und die im vorigen Jahrhundert angekündigte Allien-Invasion:
Massenpanik in Georgien nach gefälschten Fernsehnachrichten: Ein Bericht über einen angeblichen neuen Einmarsch russischer Truppen in der Südkaukasusrepublik sowie den Tod des georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili hat am Samstagabend viele Georgier in Angst und Schrecken versetzt. Der von Saakaschwili kontrollierte TV-Sender Imedi erklärte erst am Ende der Sendung, dass es keinen neuen Krieg gebe. Es sei nur eine mögliche Entwicklung gezeigt worden, hieß es. Russland, die georgische Opposition und Politologen sprachen von einem Skandal. Medien berichteten von chaotischen Zuständen unter der Bevölkerung mit Panikkäufen etwa von Benzin. Groß war die Aufregung in der Stadt Gori, die russische Truppen während des Krieges im August 2008 besetzt hatten. Notdienste mussten demnach Dauereinsätze fahren. Die Mutter eines georgischen Soldaten, die die TV-Sendung gesehen hatte, sei an einem Herzinfarkt gestorben
Seltsames Spiel mit dem Feuer.

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2010-03-11

Mit Drohnen zum "War Porn"

--- Spiegel Online hat ein Interview mit dem US-Politologen P.W. Singer geführt über die Auswirkungen des zunehmenden Einsatzes von Drohnen in Kriegen und Krisen auf die sie steuernden Soldaten und die Öffentlichkeit:
Traditionelle Bomberpiloten sehen ihr Ziel nicht. Der Drohnenflieger sieht sein Ziel dagegen aus nächster Nähe, und er sieht, was bei der Explosion und danach mit dem Ziel passiert. Du bist physisch weiter entfernt, aber du bekommst mehr mit. Auch tobt der Drohnenkrieg rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Als wärst du ein Feuerwehrmann, und es brennt jeden Tag. Das nimmt einen emotional und körperlich mit. Außerdem sind viele Drohneneinheiten personell unterbesetzt. ... Auf einmal sind alle Kriegsoperationen per Computer dokumentiert. Das macht den Krieg zu einer Art Unterhaltungsform. Nehmen Sie nur die YouTube-Videos von Drohneneinsätzen. Die Soldaten nennen daswar porn", Kriegsporno. Wir sehen mehr, empfinden aber weniger.
Gestern gab es zum Thema schon ein Interview mit einem Piloten der US Air Force.

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2010-03-10

Die "leeren" Memoiren von Bushs Spindoktor Karl Rove

--- Tim Rutten von der Los Angeles Times hat die Memoiren von George W. Bushs Spindoktor Karl Rove gelesen:
"Courage and Consequence: My Life as a Conservative in the Fight" pretty much completes the recollections of those who surrounded George W. Bush during his eight-year presidency. ... Rove, of course, was the political architect of all Bush's successful campaigns, as well as those of dozens of other Republican candidates. ... interesting are the vague and largely unexamined origins of Rove's conservatism. As he tells it, he holds the views he does largely because he grew up in the mountain West, where self-reliance is prized, and because when, as a 10-year-old Denver boy, he put a Richard Nixon sticker on his bike, a little girl down the street whose family supported John F. Kennedy beat the heck out of him. ... For a man who repeatedly used "family values" and "faith-based" considerations as wedge issues in his campaigns, there is in this book nothing of how his own two marriages failed nor why he, like Bush, remains unchurched. Still, it's clear that his great disappointment was the failure of "compassionate conservatism" -- defined mainly as privatizing Social Security and Medicare supporting faith-based social services -- to accomplish a fundamental electoral realignment. ... His is a Manichaean view of American society -- divided irremediably between dark and light, allies and enemies. ... Rove considers his singular shortcoming the failure to mount a push-back against those who charged the administration had misled the country into going to war in Iraq by falsely asserting Saddam Hussein's possession of nuclear, chemical and biological weapons and by alleging his complicity in 9/11. One reason for the lack of rebuttal, the author writes, "was that we felt it was beneath the dignity of the president to refute such outlandish charges." ... It's worth wondering just how much of our current political discontent grows out of the dominance on both sides of the aisle of men and women, like Rove, whose only serious experience of American life is politics itself.

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2010-03-08

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